Ernährungsempfehlung / Tipps bei CF    

In der Regel dürfen Mukoviszidosepatienten alles essen, was ihnen schmeckt. Alle Nahrungsmittel werden vertragen und können mit Hilfe der Enzympräparate verdaut werden. Eine fettreiche Kost wird empfohlen, da sie besonders viele Kalorien enthält. Das ist wichtig ist, weil Patienten mit Mukoviszidose einen sehr hohen Energiebedarf bzw. Kalorienbedarf haben !


Während jeder Mahlzeit Enzyme nehmen (Kreon, Panzytrat u.a.) !


Eiweiß- und fettreiche Lebensmittel:

Fleisch, Wurstwaren: erhöhen den Eiweiß- und Fettgehalt der Mahlzeit; sind wichtige Vitaminlieferanten. Ideal sind Schweinefleisch, Mettwurst, Salami, Mortadella, Leberwurst, Schinken, Wiener Würstchen.

Fisch: Fisch ist reich an hochwertigem Eiweiß. Geeignete Zubereitungsformen sind Braten oder Frittieren in Fett; auch eine gehaltvolle Soße kann den Kaloriengehalt erhöhen. Ideal sind Aal, Karpfen, Lachs, Makrele, Matjes, Schillerlocke, Thunfisch, Makrele, Matjes, Hering.

Eier: Eier sind ideale Fett- und Eiweißlieferanten.

Milch und Milchprodukte: Sie sind reich an wertvollem Eiweiß, an Vitaminen und an Mineralstoffen wie z.B. Kalzium. Milchprodukte werden in verschiedenen Fettgehaltsstufen angeboten. Mukoviszidose-Betroffene sollten immer die fettreichste Stufe wählen ! Also: Sahnequark, Sahnejoghurt, Vollfettkäse (Fett >45 % Fett i.Tr.), Vollmilch und Eiskrem, nicht Magerquark, Magerjoghurt, Halbfettkäse, fettarme Milch und Einfacheiscreme.

Milchmixgetränke: Sie sind hochwertig und können den Kalorien- und Flüssigkeitsbedarf gleichzeitig decken. Grundrezept: 3 Teile Vollmilch + 1 Teil süße Sahne. Dazu: 1 Esslöffel Maltodextrin, Schokoladenpulver oder Obst, Zucker oder Honig, und Sahneeis. Alles im Mixer kurz durchrühren.

Nüsse und Samen: Sehr kalorienreich sind Nüsse aller Art. Neben Fett enthalten sie viele Vitamine (E), Mineralstoffe und Eiweiß.

Fett und Öle: Aufstrichfette wie Butter und Margarine sollen großzügig verwendet werden. Pflanzliche Fette (Margarine) und Öle (Sonnenblumen-, Maiskeim- und Distelöl) sind reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die für Mukoviszidose-Betroffene besonders wichtig sind. Fast jede Speise kann vor dem Verzehr mit extra Fetten und süßer Sahne angereichert werden.

Obst und Gemüse: Gemüse und Obst dienen zur Deckung des Bedarfs an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Da sie von Natur aus kalorienarm sind, sollte man sie jeweils mit einem kalorienreichen Snack kombinieren. Auch Zubereitungen mit Soßen sind günstig. Rohkost und Salat werden mit Sahne und Essig-Öl-Marinaden angereichert.

Tipps bei zu geringem Körpergewicht

  • Soviel wie möglich essen oder trinken ! Alle oben genannten drei Nahrungsmittelgruppen berücksichtigen !
  • Ein Kännchen Sahne und ein Schälchen Butter oder Margarine auf den Tisch stellen zur Erinnerung an das Anreichern der Nahrung mit kalorienhaltigen Zusätzen !
  • Zusätzlich zu den drei Hauptmahlzeiten 2 bis 3 Zwischenmahlzeiten einführen !
  • Möglichst alle Mahlzeiten einhalten ! Wenn es mal nicht klappt oder zusätzlicher Kalorienbedarf besteht: Milchmixgetränk oder Nährstoffkonzentrat (z.B. Fresubin, Meritene, Bioni, ScandiShake Mix, Vanille/ Erdbeere/ Schokolade etc., ca. 1 Beutel pro Tag, in 240 ml Vollmilch) trinken!

Ernährung bei Mukoviszidose - Diabetes

Während ältere Patienten mit Typ II - Diabetes oft durch Ernährungsumstellung ("Diät") ihren Diabetes über Jahre behandeln können, ist dies bei der Diabetesform bei Mukoviszidose nahezu nie der Fall: Auf keinen Fall dürfen die bewährten Ernährungsregeln für Mukoviszidosepatienten verlassen werden, wie die Zufuhr hoher Energiemengen und die Gabe leicht resorbierbarer Nahrungsbestandteile. Eine Reduktion der Gesamtkalorien oder der Gesamtkohlenhydrate ist für die meisten Patienten nicht sinnvoll. Lediglich Süßigkeiten oder zuckerhaltige Limonaden (Cola, Pepsi, Fanta) sollten manchmal etwas reduziert werden. Es ist nicht einfach, einen Ernährungsplan für Mukoviszidosepatienten mit Diabetes aufzustellen, und es muss immer die Gesamtsituation (Höhe des Blutzuckers vor / nach der Mahlzeit, Gewicht des Patienten oder Energiebedarf) berücksichtigt werden. Hier ist eine intensive Beratung und Schulung durch Ernährungsberater mit besonderer Erfahrung notwendig, sowohl was die Mukoviszidose als auch was die Diabeteserkrankung betrifft.

Nur durch vermehrte körperliche Aktivität kann ein CF - Diabetes nie ausreichend behandelt werden, Sport hat hier allenfalls in Einzelfällen eine unterstützende Funktion.

Ernährung und Enzyme

Vermehrte Anstrengung bei der Atmung und dem Husten sowie häufige Infektionen führen zu einem erhöhten Energiebedarf. Zur Deckung dieses erhöhten Energiebedarfs sollte die Ernährung des Mukoviszidosepatienten kalorien- und vitaminreich sein.

Dies lässt sich am besten durch einen erhöhten Fettanteil in der Nahrung erreichen (etwa 40 bis 45 % des Tages-Energiebedarfs). Dies kann durch eine Fettanreicherung der Nahrung mit hochwertigen Ölen, Fetten oder Sahne und/oder durch häufige Verabreichung von Mahlzeiten geschehen (5 - 6 pro Tag). Natürlich müssen auch genügend eiweiß- und kohlenhydrathaltige Bestandteile (Zucker, Stärke usw.) und Ballaststoffe in der Nahrung enthalten sein.

Darüber hinaus muss dafür gesorgt werden, dass der Darm diese Nahrungsstoffe auch ausreichend verwerten kann. Daher müssen bei Störung der Funktion der Bauchspeicheldrüse ausreichend Verdauungsenzyme hinzugegeben werden (ca. 2.500 Einheiten Lipase pro Gramm Fett). Auch eine regelmäßige Einnahme von Vitaminen ist notwendig (siehe Tabelle: Ernährung).

Hält das Gewicht nicht mit dem Alter Schritt, so muss darüber nachgedacht werden, wie man dem Körper vermehrt Kalorien zuführen kann. Dies geschieht meist durch eine hochkalorische Zusatzkost (siehe Merkblatt "Ernährungsempfehlungen"). In seltenen Fällen kann es sinnvoll sein, eine ergänzende Ernährung durch eine Magensonde durchzuführen.
Bei Schwierigkeiten mit der Gewichtszunahme muss eine eingehende Ernährungsberatung erfolgen. Hilfreich ist dabei ein möglichst genaues Ernährungsprotokoll, in dem etwa über eine Woche Buch geführt wird, welche Nahrung, wie viel Verdauungsenzyme und wie viel Vitamine pro Tag verabreicht werden. Bei Leberschädigung durch Galle-Rückstau bzw. Mangel an Gallensäure ist die zusätzliche Gabe von "Bärengalle" (Ursodeoxycholsäure, z.B.Ursofalk) empfehlenswert.