Was ist Mukoviszidose / CF ?
Informationen zur Krankheit, Behandlung, Forschung
Was
ist Cystische Fibrose (CF) ? Was ist Mukoviszidose ?
Cystische
Fibrose (CF), auch Mukoviszidose genannt, ist eine schwere angeborene
Stoffwechselerkrankung. Durch ein defektes Gen sind der Wasser- und
Salzhaushalt der Schleimhäute gestört. Zäher Schleim verklebt die Lunge
und verstopft die Bauchspeicheldrüse. Durch den fortschreitenden
Funktionsausfall der Lunge und der Bauchspeicheldrüse werden Atmung und
Verdauung und in der Folge das ganze Organsystem beeinträchtigt.
Lebensqualität
und Lebenserwartung sind stark eingeschränkt. CF ist die häufigste
Erbkrankheit in unserer Bevölkerung. Ca. 4 Millionen Menschen in der
Bundesrepublik sind (gesunde) CF-Erbmalsträger. Im Jahr werden in
Deutschland ca. 700 Kinder mit Mukoviszidose geboren.
Wie
erkennt man Mukoviszidose / CF ?
Häufige oder auch chronische
Bronchitis mit erschwerter Atmung begleitet die CF-Patienten. Bedingt
durch eine schlechte Nahrungsverwertung liegt der Kalorienbedarf bei
ihnen etwa doppelt so hoch wie bei Nichtbetroffenen. Sie haben oft mit
Untergewicht zu kämpfen. Gedeih- und Wachstumsstörungen können eine
Folge sein. Die Ausprägung einzelner Symptome ist nicht bei allen
CF-Betroffenen gleich. Sie können einzeln oder zusammen auftreten. Wegen
ähnlicher Symptome wird Mukoviszidose oft mit Krankheiten wie Asthma,
Bronchitis, Keuchhusten oder Zöliakie verwechselt und dann - oft
jahrelang und sehr zum Schaden der Betroffenen - falsch behandelt. Bei
Verdacht auf Mukoviszidose gibt ein Schweisstest in einer
Mukoviszidose-Ambulanz sicheren Aufschluss.
Wie bekommt man CF
?
Ein Kind erkrankt an Mukoviszidose, wenn es das veränderte
Gen von beiden Eltern erbt. Vererbungsgang ist autosomal-rezessiv.
Meist handelt es sich um eine so genannte delta-f-508 Mutation. Ist nur
ein Elternteil erkrankt, sind seine Kinder Genträger, ohne selbst zu
erkranken. Aber sie können das defekte Gen später an die eigenen Kinder
weitergeben. Es können auch beide Eltern Genträger sein, ohne es zu
wissen. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit 1: 4, dass ihr Kind an
CF erkrankt.
Wie wird CF behandelt ?
Leider gibt
es bis heute noch keine Therapie, die Mukoviszidose heilen kann. Es
müssen daher alle therapeutischen Maßnahmen konzentriert eingesetzt
werden, um das Fortschreiten der Krankheit abzubremsen. Eine frühe
Diagnose mit gleichzeitigem Therapiebeginn ist von entscheidender
Bedeutung für den weiteren Lebensweg des CF-Patienten. Aufgrund der
Komplexität der Mukoviszidose ist die Therapie sehr aufwendig. Spezielle
Atemtechniken müssen erlernt und täglich mehrmals angewandt werden, und
die Lungen vom zähen Schleim zu befreien. Angemessene sportliche
Betätigung wirkt dabei unterstützend. Zusätzlich müssen Antibiotika,
vielfach auch bronchialerweiternde und sekretverflüssigende Medikamente
eingenommen oder inhaliert werden. Aufgrund der schlechten
Nahrungsverwertung ist eine vitamin- und kalorienreiche Ernährung
notwendig, die durch spezielle Enzympräparate ergänzt. Unabdingbar ist
die intensive Betreuung in CF-Spezial-Ambulanzen durch ein erfahrenes
medizinische-therapeutisches Team von Ärzten, Krankenschwestern,
Krankengymnasten, Diätassistenten, Sozialpädagogen und Psychologen.
Können
Folgeerkrankungen bei CF auftreten ?
Langfristig kann
Mukoviszidose das Auftreten weiterer Erkrankungen bewirken. Häufig
entwickeln sich Nasenpolypen, Funktionsstörungen der Leber, der Galle,
der Bauchspeicheldrüse (z.B. Diabetis mellitus) oder eine
Rechtsherzbelastung. Auch hier ist die Zusammensetzung und Ausprägung
der Krankheitssymptome von Patient zu Patient unterschiedlich.
Wie
weit ist die Forschung bei Cystischer Fibrose / Mukoviszidose ?
Zur
Zeit können lediglich die Symptome der Mukoviszidose behandelt und
psychosoziale Folgen gemildert werden. Die klinische Forschung in
Zusammenarbeit mit Eltern und Betroffenen hat die Therapiemöglichkeiten
wesentlich verbessern können, so daß heute mehr und mehr Patienten das
Erwachsenenalter erreichen. Insbesondere seit der Identifizierung des
für die Krankheit verantwortlichen Gens im Jahre 1989 haben sich ganz
neue Forschungsansätze ergeben, die den Patienten neue Hoffnung geben.
Die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung bedürfen aber noch der
Umsetzung in eine kausale Therapie, bis zu der es noch ein weiter Weg
ist.